Willkommen zu eurer Reise in die Welt der Lebensmittelqualität!

Es gibt eine berechtigte Kritik daran, wie die Bewertung von Lebensmittelqualität oft gelehrt wird: Sie bleibt theoretisch, distanziert von der Praxis. Zahlen, Normen, Prozesse – alles korrekt, aber oft fehlt das Verständnis für das, was diese Zahlen wirklich bedeuten. Was sagt uns der Geschmack eines Apfels über seine Qualität? Ist ein Bio-Label immer gleichbedeutend mit besserer Gesundheit? In unserer Erfahrung sehen wir immer wieder Fachleute, die die Grundlagen zwar kennen, aber sie falsch anwenden, weil sie den Kern nicht hinterfragen: Was macht Lebensmittel wirklich gesund? Und genau hier verändert sich bei den Teilnehmern etwas Grundlegendes. Sie lernen nicht nur die Fakten, sondern beginnen, die Verbindungen zu sehen – zwischen Herkunft, Verarbeitung und Wirkung auf den Menschen. Ein Beispiel bleibt mir besonders im Gedächtnis. Wir haben mit Teilnehmern über die Wahrnehmung von "Frische" gesprochen. Da kam die Frage auf: Ist ein Salat, der optisch perfekt aussieht, wirklich frisch? Oder ist es nur der Eindruck? Dieser Moment – wenn jemand merkt, dass er seine Annahmen immer wieder hinterfragen muss – ist entscheidend. Und ehrlich gesagt, solche Aha-Momente sind selten in einer Branche, die oft von Routine geprägt ist. Es geht nicht nur darum, zu wissen, was ein gutes Produkt ausmacht, sondern auch darum, die Nuancen zu erkennen, die in der alltäglichen Arbeit übersehen werden. Wer das verstanden hat, der sieht Lebensmittelqualität nicht mehr nur durch die Brille von Standards, sondern durch die eines kritischen, gesundheitsbewussten Denkens.

Hinter den Kulissen des Kurses läuft vieles ab, was man auf den ersten Blick nicht wahrnimmt. Zum Beispiel gibt es eine Einheit, in der die Teilnehmer lernen, den Unterschied zwischen Frische und tatsächlicher Qualität zu erkennen – ein Apfel, der glänzt, ist nicht immer besser als einer mit einer matten Schale. Das klingt simpel, aber die Diskussionen, die daraus entstehen, sind alles andere als oberflächlich. Manche Teilnehmer bringen dann Geschichten aus ihrem Alltag ein, etwa von einem Bio-Markt, wo die Eier zwar teurer, aber irgendwie „ehrlicher“ schmecken. Die Theorie wird oft in kleinen Gruppen verarbeitet, damit jeder sprechen kann. Manchmal entstehen dabei fast hitzige Debatten – etwa, ob man Geschmacksverstärker wirklich rausschmeckt oder ob das nur Einbildung ist. Da wird es dann fast philosophisch, besonders wenn jemand das Thema Nachhaltigkeit einbringt. Interessant ist auch, dass die Dozenten oft bewusst eine These in den Raum stellen, mit der sie selbst nicht einverstanden sind, nur um die Diskussion anzufeuern. Einmal wurde ein Video gezeigt, das einen Produktionsprozess von Tiefkühlpizza in einer Fabrik dokumentierte. Die einen schauten fasziniert zu, die anderen wandten sich fast angewidert ab. Aber danach war klar: Jeder hatte plötzlich eine Meinung dazu, ob Fertigprodukte per se schlecht sind. Und genau darauf scheint der Kurs abzuzielen – nicht perfekte Antworten zu liefern, sondern Fragen zu provozieren, die man vorher nicht gestellt hätte.
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